Geboren im Jahre MCCLXXVI als Tochter eines alten Adelsgeschlechts, erblickte ich in Munichen die ersten Sonnenstrahlen.

Als die Auseinandersetzungen durch den Herzog von Bayern und dem Bischof von Freising um die Herrschaft von Munichen Anfang des 13. Jahrhunderts begannen,

verlor meine Familie Ihr Lehen und musste sich eine neue Existenz als Kaufleute aufbauen.

 

 Durch meine gute Erziehung, in der mir Schreiben und Lesen beigebracht wurde, konnte ich eine Anstellung bei einem Kaufmann in Muespach bekommen.

Im Jahre MCCCX wurde ich von meiner Schwester Nicole, Zofe zu Hohenwaldeck auf die Burg geholt. Dort unterstütze ich sie seither im Haushalt.

Mit meinen Neffen Alexander und Florian von Hohenwaldeck reise ich zu Turnieren, bei denen sie im Schwertkampf antreten.

 

 Durch die Reisen komme ich immer wieder auch mit den jungen Damen des Adels zusammen, denen Ich die höfische Etikette weitergeben kann.

 

 

Geboren im Jahre des Herrn MCCCXCVII von Andrea, Schneyderin am Hofe von Otto II von Pastburg und Holnsteyn und Fischer Leonhard von Schrodeck, der im Dienste der Burg stand.

Wir lebten auf der Pastburg, wo ich zusammen mit meynem Bruder Leonhard mit den Kindern des  Herrn Otto aufwuchs. Mit meynen Eltern zog ich von Markt zu Markt und verkaufte Fische meynes Vaters und Gewandungen, die meyne Mutter genaehet hatte.

Auf der Falkenjagd freundete ich mich bald mit Leonida von Waltenburg an.Wir entdeckten unsere gemeynsame Leydenschaft für Greyfe und Hunde. Seytdem wir uns mit Laurenz von Waldeck, meinem Bruder Leonhard von der Pastburg und Quirinus von Ried zu den Waldeckern zusammengeschlossen haben, ziehen wir von Lager zu Lager und machen so manchen Markt unsicher.

Als Schwester des Wernward von Waldeck wurde ich im Jahre des Herrn MCLXXXIII zu Waltenburg geboren. Wie es sich geziemt, wurde ich bereits mit vierzehn Lenzen an einen Edlen und Falkner im Gefolge des Karl IV. verheiratet und diente fortan nicht nur im Gefolge der Königin, sondern half auch meinem Gatten beim Abtragen der Falken des kaiserlichen Falkenhofes und erlernte so die hohe Kunst der Falknerei.

Als mein Mann dem schwarzen Tod erlag, kehrte ich an den Hof meines Bruders zurück. Mein Bruder überlies mir gerne die falknerische Ausbildung seiner Knappen und Jagdgehilfen und mein Leben am kaiserlichen Hof machte mich zu einer guten Erzieherin für die Maiden auf der Waltenburg. 

Alsbald wurde ich ein weiteres Mal verheiratet. Mein Gemahl stammt aus einem Adelsgeschlecht im hohen Norden. Sether leben wir mit unserem kleinen Stammhalter Johannes auf  Holnsteyn, der Stammburg derer von Waldeck.

 

Gemeinsam mit Karolina wurde ich an deren Vaters Burg zur Falknerin ausgebildet und half den Herren von Waldeck bei der Ausbildung ihrer Falken zur Beizjagd.

Auch in häuslichen Arbeiten wurde ich zu Hofe unterwiesen.

 

 

Aufgrund meiner Reitkünste wurde ich schnell gern gesehene Jagdgesellin von Karolina und Johanna und bald zur Falknergehilfin.

Meine Fähigkeiten in der Kräuter- und Heilkunde verschafften mir ein hohes Ansehen als Feldscher bei den Turnieren der Herren von Waldeck.